Holocaust Gedenktag

 
27.Januar: „Internationaler Holocaust-Gedenktag“
 
Im Pädagogischen Zentrum unserer Schule ist z.Zt. eine kleine Fotoausstellung zum Auschwitz – Gedenktag zu sehen.
Die Fotos entstammen alle dem „Auschwitz – Album“ (nähere Informationen dazu sind ebenfalls hier einzusehen).
Bedanken möchten wir uns beim Weserrenaissance Museum im Schloss Brake für die leihweise Überlassung der benötigten Bilderrahmen.

Das Auschwitz Album
 
Das Auschwitz Album ist einzigartig; es gibt nirgends auf der Welt ein zweites Dokument dieser Art.
Seine etwa 200 Fotos zeigen die Ankunft und die Selektion eines „Transports“ von Juden, der im Mai 1944 an der Rampe des Vernichtungslagers Auschwitz eintraf.
Die Geschichte des Transports beginnt am 24. Mai 1944 im Ghetto Berehovo (Wohnbezirk, in den die Juden zwangsweise umsiedeln mussten) in Ungarn.
3.500 Menschen wurden in den Viehwaggons zusammengepfercht und erreichten 2 Tage später das KZ Auschwitz.
Neben den üblichen bewaffneten SS Wachmannschaften, standen an diesem Tag auch 2 Fotografen der Nazis an der Rampe. Sämtliche Fotos des Albums wurden von diesen beiden Fotografen aufgenommen.
 
 
Wie wurde das Album entdeckt ?
 
Unter den 3.500 Menschen des Transports war auch die 18-jährige Lili Jacob aus Bilke in Ungarn. Ihre Eltern und ihre 5 Geschwister wurden alle in Auschwitz ermordet. Lili wurde die Häftlingsnummer A-10862 auf den linken Unterarm eintätowiert. Sie musste als Zwangsarbeiterin in verschiedenen Betrieben in Schlesien und im Sudetenland arbeiten. In den letzten Kriegstagen wurde sie in das KZ Dora Mittelbau eingeliefert, erkrankte an Typhus, überlebte aber, weil ihr von zwei tschechischen Ärzten geholfen wurde.
Am Tag der Befreiung des Lagers, am 9. Mai 1945, brach sie vor der Krankenbaracke zusammen und wurde in eine verlassene SS Baracke gebracht. Dort fand Lili in einem Schrank unter der Kleidung das Album.
Es war aus einem beige-braunen Leineneinband mit schwarzen Metallecken und bestand aus 56 Seiten. Die Fotos waren 8,2 x 11,1 cm groß. Auf den Fotos entdeckte Lili sich selbst und viele Verwandte und Bekannte. Ihr wurde klar, dass es sich um Fotos ihres eigenen Transports handelte.
 
 
Was geschah mit dem Album ?
 
Zahlreiche Fotos übergab sie den Überlebenden der abgebildeten Opfer. In den folgenden Jahrzehnten spielte das Album, bzw. einzelne Fotos daraus, immer wieder eine Rolle in zahlreichen Veröffentlichungen und Prozessen.
Später, im Auschwitz Prozess von Frankfurt 1963, wurden auch die Fotografen des Albums ermittelt: SS-Oberscharführer Bernhard Walter und SS - Unterscharführer Ernst Hoffmann.
Nach einigen Teilveröffentlichungen übergab Lili Jacobs am 26. August 1980 das Album, von dem sie sich lange nicht trennen mochte, an „Yad Vashem“, der Gedenkstätte der Helden und Märtyrer des Holocaust in Jerusalem (Israel).
Lili Jacob starb am 17. Dezember 1999 im Alter von 73 Jahren.
 
Die hier gezeigten Fotos entstammen der Veröffentlichung des Bandes „Das Auschwitz – Album, Geschichte eines Transports“, einer Zusammenarbeit der Gedenkstätte Yad Vashem und des Staatlichen Auschwitz –Birkenau Museums in Oswiecim aus dem Jahr 2002.
 
In mühevoller Recherche ist es gelungen, einige der abgebildeten Personen zu identifizieren, die Namen sind den jeweiligen Fotos zugefügt worden. Die Opfer erhalten ihre Persönlichkeit zurück und werden damit aus der von den Nazis gewollten Anonymität heraus gehoben.