Busschule

Dummy Hermann auf Abwegen

Busschule der 5er: Kinder haben keine Knautschzone


Im November war es wieder soweit. Unsere Schule hatte Besuch vom Stadtbus Lemgo. Es ging wie in jedem Jahr um die Verkehrssicherheit unserer 5. Klassen im Rahmen der Busschule. Jürgen Blum (Ingenieurbüro Blum), Joachim Bergemann (Polizei Lemgo) sowie der Koordinator der Stadtbusfahrer Michael Thierauf fanden den Weg zum Heldmanskamp, um unsere Jüngsten vernünftig zu schulen.

Begonnen wurde die Unterrichtsstunde von Joachim Bergemann, der den Kindern erklärte, dass es für die Polizei besonders wichtig ist, Verkehrsunfälle zu verhindern bzw. zu verhüten. Dazu sollte die Veranstaltung dienen. Gerade Kinder in diesem Alter sind überwiegend zu Fuß oder mit dem Rad unterwegs und haben im Straßenverkehr nicht so eine „Knautschzone“ wie die Erwachsenen in ihren Fahrzeugen, ob Lkw, Bus oder Pkw. Von daher gelten sie als die schwächeren Verkehrsteilnehmer und bedürfen einer besonderen Schulung in Sachen Verkehrssicherheit. Bergemann verdeutlichte, dass viele Schüler nach Schulschluss schnell zur Bushaltestelle liefen, um noch rechtzeitig den Bus zu erreichen bzw. einen Sitzplatz zu „ergattern“. Hierbei könne es passieren, dass sie dann nicht auf den fließenden Verkehr achteten und von einem vorbeifahrenden Fahrzeug angefahren würden.

Problematisch sei dabei natürlich auch das Laufen direkt vor bzw. hinter dem Bus, wo der fließende Verkehr und natürlich auch der Busfahrer nichts erkennen könne. Bei der Größe eines Busses kann eine Kollision verheerende Folgen haben.

Der Begriff des „toten Winkels“ war allen Schülern bekannt. Hierbei sieht der Busfahrer einen Schüler nicht und umgekehrt gilt das auch, das heißt, der Schüler kann den Busfahrer in den großen Außenspiegeln nicht sehen. Gerade das ist gefährlich. Darum ist es wichtig für jeden, sich in einer solchen Situation sichtbar zu machen.

Nach der Einführung übernahm Jürgen Blum den Part direkt am Bus. Er zeigte den Schülern, wie man sich vernünftig an der Bushaltestelle aufzustellen hat. Steht man zu nah an der Bordsteinkante, kann es passieren, dass der Überhang des Busses uns touchiert und wir verletzt werden. Darum ist es wichtig, einen ausreichenden Abstand zur Bordstein- bzw. Gehwegkante einzuhalten und beim Warten nicht zu drängeln und zu schubsen.

Danach wurde das Einsteigen geübt. Wichtig dabei ist, im Türbereich ebenfalls nicht zu drängeln, da es hier eng werden kann. Mit einem Rucksack auf dem Rücken würde man seinen Nebenmann zusätzlich verletzen. Daher bitte der Reihe nach ordentlich in den Bus einsteigen. Weil alle sehr gut mitgearbeitet hatten, gab es als Belohnung eine simulierte Notbremsung.

Vorher wurden alle Schüler angewiesen, sich einen sicheren Sitzplatz zu suchen und sich festzuhalten. Bei einem vollbesetzten Bus muss man sicherlich stehen und soll sich an den Griffen der Sitzlehne oder an den Haltestangen festhalten. Und genau das hat Dummy „Hermann“ bei der anschließenden Fahrt mit Notbremsung nicht gemacht. Eindrucksvoll zeigte Jürgen Blum, was passiert, wenn man sich nicht richtig verhält. In diesem Fall flog der Dummy durch den Bus. Er konnte sich natürlich nicht weh tun; aber wir als Menschen hätten sicherlich eine Verletzung davongetragen.

Alle Schüler hatten sichtlich Spaß an der kurzweiligen Vorstellung der Busschule und erlangten wichtige Erkenntnisse über die Gefahren rund um den Bus.

Auf dem Bild ist die Klasse 5d mit den beiden Moderatoren Jürgen Blum (Ingenieurbüro Blum, links), Joachim Bergemann (Polizei Lemgo, Mitte), sowie dem Koordinator der Stadtbusfahrer, Michael Thierauf (rechts), zu sehen. Dummy „Hermann“ wurde vor seinem eigentlichen Stunt von den Schülern getragen.