Maedchenfoerderung

Mädchen begeistern sich für Technik

An der Realschule Lemgo werden Mädchen in technischen Bereichen gefördert und auf den modernen Arbeitsmarkt vorbereitet.

In der Realschule gibt es jetzt eine Zukunftswerkstatt. Diese soll die Schülerinnen und Schülern in Theorie und besonders Praxis auf den Beruf vorbereiten. „Technik und Mädchen geht nicht, stimmt nicht. Häufig sind die Mädchen sogar besonders genau, wenn es um technische Feinheiten geht“, so Norbert Fischer, Schulleiter der Realschule. In der Ausbildungswerkstatt des Medizintechnikherstellers Gebr. Brasseler arbeiten gerade 15 Schülerinnen mit freudestrahlenden Gesichtern und Fachwerkzeugen an einem Metallschloss, dass per Hand gefertigt werden soll. Die erste Bohrung ist gesetzt und der Messingblock mit der Metallfeile auf das richtige Maß gebracht. Die Grundlagen der Metallbearbeitung wurden vermittelt und es fällt sofort auf, dass die Mädchen diese von Männern dominierte Domäne mindestens genauso gut erfüllen, denn die Ergebnisse können sich sehen lassen.

Was mit einem Projekt als Schnuppertag für den 8. Jahrgang begann, hat sich im Schuljahr 2015/16 zu einem Instrument der Mädchenförderung gemausert: „Mädchen für Technik begeistern, heißt das neue Ziel des Förderprogramms. Als zertifizierte MINT - Schule wollen wir gerade unsere Schülerinnen für technische Themen und Abläufe begeistern und durch unsere intensive Kooperation mit Gebr. Brasseler haben wir einen kompetenten und im MINT-Bereich engagierten Partner an unserer Seite.“, so Norbert Fischer.

MINTrelation

Im Modellprojekt "MINTrelation  Zukunftswerkstatt Technikberufe" (Laufzeit September 2013 – Februar 2016) entwickeln Personalverantwortliche, weibliche Fachkräfte und zukünftige Nachwuchskräfte gemeinsam Ideen und Maßnahmen für eine moderne frauen- und familienfreundliche Unternehmenskultur. Das Abschlussforum findet am 18.02.2016 in der Fachhochschule Bielefeld statt.

Ziel im Projekt ist es, KMU aus OstWestfalen-Lippe in ihrer Wettbewerbsfähigkeit mit Blick auf die Akquise und die Bindung weiblicher Fachkräfte zu unterstützen. Das Projekt wird als Modell für die Region OstWestfalenLippe von OWL MASCHINENBAU und der Mädchen-Community LizzyNet gemeinsam aufgebaut und durchgeführt.

Die Schülerinnen der Realschule Lemgo zusammen mit Lehrer Harald Erdmann und den MINT-Botschafterinnen Christina Reil Miralles und Lea Schulte-Steinberg der Gebr. Brasseler in der „Zukunftswerkstatt“.

Der Besuch in der Ausbildungswerkstatt Gebr. Brasseler knüpft an MINTrelation-Konzepte früherer Jahre an und hat sich als ungeheuer motivierend herausgestellt.

So entstand zum Jahreswechsel auf dem Gelände der Realschule ein Forscherlabor. „Technik findet dann nicht mehr im Keller auf Höhe der Grasnarbe statt, sondern im direkten schulischen Umfeld“, schwärmt Lehrer Wolfgang Schmidt, der den MINT-Bereich betreut. Die Schülerinnen und Schüler können zukünftig an zentraler Stelle unmittelbar nachvollziehen, wie die Tüftler und Technikerinnen ihre vielfältigen Ideen umsetzen.

Als erstes Projekt wurde im Technik-Kurs bei Herrn Schmidt in der Ausbildungswerkstatt des Unternehmens ein 3D-Drucker zur Fertigung beliebter Kunststoffteile gebaut. Wir dürfen also noch auf viele weitere technische Entwürfe der Realschüler gespannt sein.

So soll im Laufe des Jahres eine Windenergieanlage im Bereich der Wetterstation auf dem Schulgelände ihre Arbeit aufnehmen. Ebenso plant man in der Zukunftswerkstatt eine Zapfsäule für Elektrofahrräder.

Marc Philipp Meyer